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Homöopathie

  1. 1. Was ist Homöopathie?
  2. 2. Seit wann gibt es Homöopathie?
  3. 3. Wie funktioniert die homöopathische Behandlung?
  4. 4. Bei welcher Krankheit hilft die Homöopathie?
  5. 5. Wie läuft eine homöopathische Behandlung ab?
  6. 6. Worauf ist bei homöopathischer Behandlung zu achten?
  7. 7. Wo gibt es weitere Informationen zur Homöopathie?

1. Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist ein seit vielen Jahrhunderten bekanntes, naturheilkundliches Verfahren mit dem Ziel, möglichst natürlich, sanft und ohne Nebenwirkungen Beschwerden zu lindern.

Die Homöopathie ist ein ganzheitliches Heilverfahren, d.h. nicht die Krankheit, sondern der Mensch mit allen seinen Besonderheiten steht im Mittelpunkt.

Das bedeutet in der Praxis, dass für jeden Patienten individuell ein homöopathisches Mittel, das ihm und seiner Erkrankung entspricht, erarbeitet wird. Dieses Mittel setzt einen Reiz, der zur Linderung bzw. Heilung der Beschwerden führt.

Die klassische Homöopathie wird oft mit anderen alternativen Behandlungsmethoden verwechselt oder vermischt. Dabei ist die Homöopathie ein in sich abgeschlossenes und eigenständiges Behandlungsverfahren mit festgelegten Prinzipien und Vorgehensweisen, begründet auf Samuel Hahnemann.

Die Homöopathie kann aber auch als Ergänzung oder begleitend zur konventionellen Medizin eingesetzt werden.

Um eine hohen Qualitätsstandard der homöopathischen Behandlung sicherzustellen, ist eine anerkannte homöopathische Ausbildung erforderlich.

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2. Seit wann gibt es Homöopathie?

Die Homöopathie ist eines der ältesten medizinischen Heilverfahren. Ihr Prinzip der Ähnlichkeit taucht schon bei dem griechischen Arzt Hippokrates, einer der Begründer der Medizin, im 5. Jahrhundert v.Chr. auf.
Im 16. Jahrhundert vertritt der bekannte Schweizer Arzt Paracelsus die Grundsätze der Homöopathie.

Die Homöopathie selbst ist vor über 200 Jahren entstanden.

Der Begründer der Homöopathie ist Samuel Hahnemann (1755-1843), ein berühmter Mediziner, Chemiker und Apotheker, der zu Zeiten Goethes lebte.

Durch jahrelange Studien, Forschung und Erfahrung baute er die Homöopathie zu einer umfassenden logischen Medizin aus und erzielte damit große Behandlungserfolge.

Durch die zunehmende Technisierung in der Medizin geriet die Homöopathie Anfang des 20. Jahrhunderts in den Hintergrund, heutzutage aber erfährt sie wieder, obwohl oft kontrovers diskutiert, großen Zuspruch.

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3. Wie funktioniert die homöopathische Behandlung?

Der homöopathische Arzt verschreibt nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) aufgrund der Beschwerden und Besonderheiten des Patienten unter Berücksichtigung seiner gesamten Person ein homöopathisches Mittel.

Dabei wird nach dem wichtigsten Grundprinzip der Homöopathie vorgegangen, dem Ähnlichkeitsprinzip.
Samuel Hahnemann, der Begründer, prägte den Leitsatz: „Similia similibus curentur“, übersetzt: Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“.

Das bedeutet, dass der Arzt einen kranken Menschen mit einem Mittel heilt, das ähnliche Beschwerden beim Gesunden hervorruft.

Ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung:
Die Küchenzwiebel, lateinisch Allium cepa, ist – homöopathisch aufbereitet- ein wirksames Arzneimittel: Die Beschwerden, die es heilt, entsprechen den Symptomen, die man beim Aufschneiden einer Zwiebel verspürt: Tränenfluß der Augen, reichlich Absonderung und Brennen in der Nase sowie Verbesserung an der frischen Luft. Homöopathisch aufbereitet wird die Zwiebel daher u.a. als Schnupfenmittel erfolgreich eingesetzt.

Es gibt insgesamt über 2000 homöopathische Arzneimittel aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Substanzen, die mittels eines speziellen Verdünnungsverfahrens (Potenzierung) hergestellt und durch Arzneimittelprüfungen bestätigt sind.

Bei der homöopathischen Behandlung werden unterschiedliche Stärken, Potenzen genannt, eingesetzt.

Aufgabe des homöopathischen Arztes ist es, das eine, für den Patienten passende, Mittel zu erarbeiten.

Die Einnahme wird jeweils individuell auf den Patienten abgestimmt, oft reicht eine einzige Gabe.

Das homöopathische Mittel setzt einen Reiz, trainiert und stärkt die Abwehr- und Selbstheilungskräfte und führt so zur Besserung und Heilung.

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4. Bei welcher Krankheit hilft die Homöopathie?

Die Homöopathie hilft sowohl bei akuten Krankheiten wie z. B. Halsschmerzen, Husten, Fieber als auch bei chronischen, langanhaltenden und wiederkehrenden Erkrankungen (z. B. Infektanfälligkeit, Neurodermitis, Allergien).

Begleitend oder ergänzend zur konventionellen Medizin kann die Homöopathie ebenso mit Erfolg eingesetzt werden.

Aber auch ohne Beschwerden kann durch eine gute homöopathische Behandlung eine positive, gesunde Entwicklung jedes Menschen unterstützt werden.

Dies gilt vor allem für Kinder, die von einer homöopathischen Therapie in ihrer gesamten körperlichen und seelischen Entwicklung profitieren.

Die Homöopathie hat jedoch auch ihre Grenzen. Bei fortgeschrittenen chronischen Krankheiten kann der ursprüngliche gesunde Zustand nicht wiederhergestellt werden.

Bei erfolgreicher homöopathischer Behandlung können aber die Medikamente reduziert und das weitere Fortschreiten der Krankheit verhindert werden.

Eine begleitende, unterstützende Behandlung ist also auch bei schweren Krankheiten möglich und sinnvoll.

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5. Wie läuft eine homöopathische Behandlung ab?

Bei einer Akutbehandlung (z.B. Grippe, Angina, Durchfall, Verletzung) wird in einem ausführlichen Gespräch mit körperlicher Untersuchung aufgrund der aktuellen Symptome und der Vorgeschichte ein passendes Mittel gefunden. In der Regel dauert die Behandlung 30-60 min.

Das homöopathische Mittel wird dann, meist in niedriger Potenz, gegeben und wirkt in kürzester Zeit auf die Beschwerden.

Bei Bedarf erfolgen natürlich weitere Termine oder telefonische Rücksprachen.

Sollten häufiger akute Beschwerden auftreten, ist eine weitergehende Anamnese und Konstitutionsbehandlung, wie folgt beschrieben, sinnvoll.

Bei chronischen Erkrankungen oder wiederkehrenden Beschwerden (z. B. Asthma, Neurodermitis, Migräne, Schlafstörung, Rheuma) ist es aufwendiger, das für den Patienten passende Mittel, das tiefgreifend und langfristig wirken soll, zu finden.

Zu Beginn wird hier ein ausführliches Erstgespräch, die sogenannte Erstanamnese geführt, um den Patienten in seiner Gesamtheit mit all seinen Besonderheiten zu erfassen. Dazu gehört auch die körperliche Untersuchung.

Auf der Basis dieser Erstanamnese, die in der Praxis ca. 1,5 Stunden dauert, erarbeitet der homöopathische Arzt anschließend das für den Patienten passende Mittel, sein Konstitutionsmittel.

Dieses Mittel wird dem Patienten in der Regel einmalig in einer Hochpotenz gegeben. Die erste Reaktion auf das Mittel wird nach etwa einer Woche, meist telefonisch, beurteilt.

Nach der Gabe des Mittels werden dann regelmäßig, alle 4-8 Wochen Folgegespräche, follow-ups genannt, durchgeführt (Dauer ca. 1 Stunde), um Verlauf und Erfolg der Behandlung zu beurteilen und zu besprechen.

Dabei sind, wie in der gesamten Behandlung, das vertrauensvolle Gespräch und die Mitarbeit des Patienten wichtig. In der Behandlung von Kindern spielen die Eltern hier natürlich eine wichtige Rolle.

Der Ablauf der homöopathischen Behandlung hängt vom individuellen Krankheitsgeschehen ab und kann daher variieren.
Das gut gewählte homöopathische Konstitutionsmittel wirkt in jedem Fall nicht nur kurzfristig auf die Beschwerden, sondern stärkt und unterstützt den Patienten über die Krankheit hinaus.

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6. Worauf ist bei homöopathischer Behandlung zu achten?

Die Einnahme des homöopathischen Mittels erfolgt nicht nach Schema, sondern wird individuell mit dem Patienten abgesprochen. Oft reicht eine einzige Gabe.

Eine Gabe eines Mittels bedeutet die Einnahme von 5 Globuli, bei kleinen Kindern oder hohen Potenzen sind auch 2-3 Globuli ausreichend.

Bei der Einnahme ist auf zeitlichen Abstand zur den Mahlzeiten (etwa 30 min) zu achten.

Außerdem kann die Wirkung der homöopathischen Mittel gestört werden durch starke ätherische Öle z. B. Menthol oder Pfefferminze in Kaugummis oder Zahnpasta sowie Kaffee und schwarzer Tee.

Bitte bewahren Sie die homöopathischen Mittel an einem dunklen Ort auf. Hitze, Sonnenbestrahlung und elektronische Geräte können die Wirksamkeit beeinträchtigen.

Nach der Einnahme des homöopathischen Mittels kann eine sog. Erstreaktion auftreten, d.h es kann vorübergehend und kurzfristig zu einer Verstärkung der Symptome kommen, bevor eine Besserung eintritt. Dies ist ein gutes Zeichen für den Heilungsverlauf.

Sollten während der homöopathischen Behandlung stärkere oder neue Beschwerden oder andere Auffälligkeiten auftreten, ist die Rückmeldung an den homöopathischen Arzt wichtig.

Homöopathische Praxen bieten daher regelmäßige Telefon-Sprechstunden an, in denen Sie den Arzt persönlich erreichen.

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7. Wo gibt es weitere Informationen zur Homöopathie?

Bei Fragen zur Homöopathie können Sie natürlich gerne per mail oder telefonisch Kontakt mit der Praxis aufnehmen.

In unregelmäßigen Abständen hält Frau Dr. Lindermaier Vorträge zur Homöopathie. Die entsprechenden Termine sehen Sie unter Aktuelles oder erfragen Sie bitte in der Praxis.

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte oder beim Bundesverband Patienten für Homöopathie.

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